Meine Philosophie
Liebe zum Pferd
Pferde waren mir schon immer das Liebste auf der Welt. Ich liebe den Stallgeruch in der Nase und ein anspruchsvolles Dressurtraining ebenso wie den gemütlichen Ausritt. Die Pferde, die mir anvertraut werden, behandle ich stets ebenso liebe- und verantwortungsvoll als wären sie meine eigenen und jedem gehört gleichermaßen mein ganzes Herz. Das Wohl und die Persönlichkeit des Pferdes stehen für mich immer an erster Stelle.
Meine Grundhaltung gegenüber Pferden und Pferdemenschen finde ich wieder in den Ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes und den Grundregeln des Verhaltens im Pferdesport. Das wünsche ich mir auch von meinen Reitschülern!
Meinen Umgang mit Pferden würde ich als liebevoll und konsequent beschreiben. Liebevoll bedeutet für mich pferdegerecht, also der Natur des Pferdes entsprechend, und fair. Unter fair verstehe ich eine geduldige, freundliche und ausgeglichene Grundhaltung sowie ein konsequentes Verhalten dem Pferd gegenüber. Konsequenz bedeutet dabei keineswegs Härte, sondern Verlässlichkeit im Sinne immer gleich bleibender Regeln. Das schafft einen verlässlichen Umgang und einen sicheren Rahmen und dieser wiederum schafft Vertrauen. Und in einem vertrauensvollen Umfeld bestehen die besten Entwicklungschancen. Das ist die beste Basis für eine liebevolle und stabile Beziehung zwischen Mensch und Pferd.
Vermenschlichung ist falsch verstandener "liebevoller Umgang“ und Konsequenz ist abzugrenzen von machtbetonter Autorität.
Klassische Reitlehre
Ich arbeite auf Basis der Klassischen Reitlehre nach den Grundsätzden der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).
Klassisch bedeutet dabei weder "verstaubt" noch "nach Schablone" oder "im Militärton", sondern auf bewährten Grundprinzipien über lange Zeit gewachsen und sich durch neue Erkenntnisse ständig weiterentwickelnd. Richtig verstanden und umgesetzt erhält und fördert die Klassische Reitlehre die Gesundheit und Zufriedenheit unserer Pferde und dadurch eine lange Lebens- und Leistungsfähigkeit. Sie respektiert die Natur des Pferdes und seine sich daraus ergebenden allgemeinen und individuellen physischen und psychischen Bedürfnisse und bietet auf dieser Grundlage ein fundiertes Ausbildungs- und Trainingssystem auch unter anatomischen und biomechanischen Gesichtspunkten.
Nicht grundlos ist sie daher auch 2023 von der deutschen UNESCO-Kommission zum anerkannten immateriellen Kulturerbe erhoben worden.
Ich bin absolut überzeugt von dem Ausbildungssystem der FN und es ist mir ein Anliegen, diese Begeisterung und das Verständnis für das Was und Warum an meine Reitschüler weiterzugeben.
Die Ausbildungsskala als Herzstück der Klassischen Reitlehre bildet dabei die Basis sowohl für die Grund- und weiterführende Ausbildung des Pferdes in allen Sparten als auch für jede einzelne Trainingseinheit. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass Lektionen als lösende und/oder versammelnde Übungen keinem Selbstzweck an sich dienen, sondern gleichermaßen hinführende als auch überprüfende Arbeitsmittel eines systematischen Gesamtsystems sinnvoller und auf sich aufbauender Gymnastizierung darstellen.
Ausbildungsziel ist das gesunde, zufriedene, vertrauensvolle, arbeitsfreudige, optimal gymnastizierte, durchlässige und sich im Gleichgewicht befindende Pferd mit einem sich ebenfalls im Gleichgewicht befindenden, gefühlvoll einwirkenden, vielseitig geschulten und geduldigen Reiter in gemeinsamer größtmöglicher Harmonie.
"Problempferde"
Schwierigkeiten im Umgang und beim Reiten sind ärgerlich und belastend, das muss man nicht schönreden. Trotzdem gibt es "Problempferde" im umgangssprachlichen Sinne eigentlich nicht, sondern Pferde mit Problemen - physischen und/oder psychischen.
Von (vermeintlichen) Widersetzlichkeiten, auffälligen oder unerwünschten Verhaltensweisen bis hin zu Abwehrreaktionen oder auch Lethargie können diese vielseitig sein. Ebenso vielfältig sind auch die Ursachen, wie z. B. Krankheiten, Schmerzen, Angst, Misstrauen, Unter- oder Überforderung, Nichtbeachtung der individuellen Veranlagung, Ausbildungsfehler oder -versäumnisse, ungewollte Konditionierungsvorgänge, Missverständnisse in der Kommunikation, falsche oder unklare Hilfengebung bis hin zu Haltungsmängeln, unpassender Fütterung oder fehlerhafter, nicht passender oder mangelhafter Ausrüstung.
Die Probleme unserer Pferde liegen immer im menschlichen Verantwortungsbereich. Bei aller Frustration, die bei Schwierigkeiten zwar verständlicherweise entstehen kann, ist es deshalb aber unerlässlich, sich (wieder) auf die Natur des Pferdes und seine Bedürfnisse zu besinnen, vermenschlichende Unterstellungen aufzugeben und ein pferdegerechtes Haltungs-, Ausbildungs- und Trainingssystem zu wählen.
Um vorliegende Probleme zu lösen oder zumindest zu verringern, müssen die Ursachen also zunächst so weit wie möglich erkannt und behoben, physische Erkrankungen ausgeschlossen bzw. behandelt sowie die Haltung, die Ausrüstung, der Umgang und/oder das Training individuell angepasst bzw. optimiert werden.
Ausbildung und Korrektur des Pferdes sollten dabei nicht isoliert alleine durch Reitlehrer oder Bereiter stattfinden, sondern in Kombination mit entsprechendem Unterricht für Besitzer und Reiter, damit das Pferd und seine Menschen sich gemeinsam weiterentwickeln.
Gesundheit, Sicherheit, Hyginie
Gesundheit und Sicherheit stehen selbstverständlich für alle am Training beteiligten Zwei- und Vierbeiner immer an erster Stelle.
Insbesondere müssen bei Problematiken des Pferdes wie z. B. Steigen, Kopfschlagen, Durchgehen usw. gesundheitliche Ursachen vor Beginn eines individuell abgestimmten Trainings zunächst fachkundig ausgeschlossen bzw. (ggf. begleitend) behandelt werden.
Relevant ist natürlich auch die korrekte Ausrüstung des Pferdes. Sie muss dem beabsichtigten Zweck und dem Ausbildungsstand von Pferd und Reiter angemessen gewählt, passend verschnallt und frei von Mängeln und Schäden sein. Eventuelle Anpassungen oder Änderungen können wir gerne gemeinsam besprechen. Die Kontrolle des Sattels sollte aber regelmäßig durch einen fachkundigen Sattler erfolgen.
Auch meine Reitschüler bitte ich für den praktischen Unterricht um korrekte Ausrüstung. Zum Reiten gehören selbstverständlich Reithelm und Reithandschuhe. Werden Reitschuhe alternativ zu Reitstiefeln getragen, müssen diese fest und knöchelhoch, aber nicht zu schwer sein, eine durchgehende, nicht zu dicke Sohle mit flachem Absatz besitzen und keinen Klettverschluss. Turnschuhe sind zum Reiten prinzipiell nicht geeignet. Reitschuhe oder Stiefeletten sind am besten mit Chaps oder Stiefelschaft zu kombinieren. Auch für Bodenarbeitsstunden sollten festes Schuhwerk und rutschfeste Handschuhe getragen werden. Beim Führen und Reiten Jacken bitte immer schließen oder ausziehen und lange Haare zusammenbinden.
Als mobile Reitlehrerin sind für mich Hygiene und die Information über vorliegende Krankheiten – insbesondere ansteckende – in den Ställen bzw. der Beritt- und Unterrichtspferde äußerst wichtig.
Um eine eventuelle Übertragung von Pferdekrankheiten möglichst zu vermeiden, besteht deshalb bei Inanspruchnahme meines mobilen Angebots die Verpflichtung, mich umgehend VOR Anfahrt sowohl bei Ausbruch als auch bei Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung im Stall und/oder des jeweiligen Pferdes zu informieren!
Geduld, Respekt, Freundlichkeit, Ehrlichkeit
Ein Problem möchte man gerne so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, ein Ziel am liebsten sofort erreichen. Das ist menschlich und verständlich. Meistens benötigen die Dinge aber ihre Zeit. Menschen und Tiere sind nun mal keine Maschinen mit dem berühmten Schalter zum Umlegen. Wir sollten deshalb nicht vergessen, uns und unseren Pferden die individuell benötigte Zeit zum Lernen und Weiterentwickeln zuzugestehen und einzuräumen. Nur auf solcher Basis erfolgt Lernen nachhaltig. Unter Stress kann Lernen gar nicht erst stattfinden! Im schlechtesten Fall erfolgen stattdessen sogar ungewollte Konditionierungen. Bei allem Ehrgeiz sollte die Geduld also nicht vergessen werden.
Mit dem Sprichwort "fünf Reiter - sechs Meinungen" wurde ich schon früh konfrontiert. Ebenso ist mir durch die Arbeit in verschiedenen Betrieben schnell klar geworden, dass es selbst innerhalb derselben Disziplin unterschiedliche Auslegungen und Herangehensweisen geben kann und dass schon für Kleinigkeiten in anderen Betrieben andere Regeln gelten können. Solange der Tierschutz jederzeit gewahrt bleibt, hat diese Diversität selbstverständlich ihre Berechtigung und kann auch sehr bereichernd sein. Das setzt jedoch gegenseitig einen offenen, freundlichen und respektvollen zwischenmenschlichen Umgang voraus. Dieser ist mir sehr wichtig und es ist mir ein Anliegen, hierauf wieder etwas mehr Augenmerk zu legen, insbesondere in unserer immer "rauer" werdenden Gesellschaft.
In diesem Zusammenhang betrachte ich Freundlichkeit und Ehrlichkeit als wichtige Basis und Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit und um Probleme und Ziele effektiv gemeinsam angehen zu können. Dazu gehört für mich u. a. eine gemeinsame, umfassende und ehrliche, möglichst objektive Bestandsaufnahme aller relevanten Faktoren zu Beginn und auch immer wieder im Verlauf der Zusammenarbeit. Möglicherweise auftretende Missverständnisse, Unklarheiten oder auch auseinandertriftende Ansichten und Wege sind in einem gemeinsamen Gespräch in jedem Fall besser zu klären, als durch unpersönliches, unkonstruktives und diffamierendes "Meinungs-Diarrhoe" am Stammtisch oder im Internet.




